Barbara Dennerlein & Bebab

In einer Sparte, die vom Übervater Jimmy Smith und seinen zahlreichen Ministranten beherrscht wird, hat es Barbara Dennerlein geschafft, auf ihren Instrument echte Innovation einzuführen: Mit den Fußpedalen, die sie mit erstaunlicher Leichtigkeit bedient, vermag sie durch Elektronik einen kontrabaßähnlichen Sound zu produzieren. Als elfjährige spielte sie erstmals, und mit fünfzehn trat sie bereits in Münchner Clubs auf. Sie etablierte sich schnell als Zugnummer von europäischen Festivals. Ihr spiel unterscheidet sich von Smith völlig: Sie ist breiter angelegt, bezieht Elemente aus Blues, Bebop und freier Musik ein, ohne je den Swing der Hammond-Legende zu verlieren. Seit ihren eindrucksvollen Plattendebüt als Leaderin im Jahre 1988 hat sie als höchst unterhaltsame, drivende Organistin mit beträchtlichen Scharfsinn eine Nische gefunden.

Straight Ahead (1988; Enja) Ein exzellentes Debüt als Leaderin inmitten einer Starbesetzung aus dem Posaunisten Ray Anderson, dem Gittaristen Mitch Watkins und dem Schlagzeuger Ronnie Burrage: ein exuberanter Mix von Andersons Blues und freier Musik mit Watkins' Rock-Gitarre und Burrages äußerst antreibenden Schlagzeug.

Hot Stuff (1990; Enja) 
Dieses Album baut auf das erste auf, doch diesmal sind die Briten Andy Sheppard und Mark Mondesir neben Watkins für die wirbelnde, anregende Musik mitverantwortlich.

That's Me (1992; Enja) 
Derselbe Stab wie auf dem Debüt, ausgenommen Dennis Chambers anstelle von Burrage und mit Bob Berg am Tenorsaxophon: eine exzellente, kraftvolle, innovative Musik, die mit einer Ausnahme aus Dennerleins Feder stammt.

Junkanoo (1997; Verve) 
Das Cover ist entsetzlich, was aber durch die erstklassische Besetzung (Don Alias, Dennis Chambers, Lonnie Plaxico, David Murray, Thomas Chapin, Randy Becker) und Dennerleins Kompositionen ( mit dem an den karibischen Karneval angelehnten Titelstück) des preisgekrönten Albums wettgemacht wird.

Quelle:
JAZZ Rough Guide
Ian Carr, Digby Fairweather, und Brian Priestley

7. Juni 2002, Theater im Schloßgarten zum 10. Jazzweekend